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WeWork besetzt prominente Adresse

06.12.2017

13.000 m² im Atrium Tower

Inzwischen wird durchaus ernsthaft darüber gestritten, ob der Coworking-Space-Anbieter WeWork noch als Start-up im klassischen Sinn bezeichnet werden kann/darf, denn der Co-Worker ist mittlerweile so expansiv unterwegs und sitzt zudem (inzwischen) auf einem äußerst dicken Finanzpolster. Erst im August hatte das amerikanische Unternehmen von seinem Hauptinvestor Softbank eine 4,4 Milliarden US-Dollar schwere Spritze erhalten: Drei Milliarden für das Mutterschiff und 1,4 Milliarden für (geplante) Tochterunternehmen in China, Japan und Südostasien. Vor diesem Hintergrund erscheint es fast nicht erstaunlich, dass sich WeWork in Berlin eine prominente Adresse leisten kann: Der Büroflächen-Anbieter hat 14 Etagen des 106 Meter hohen Atrium Towers gemietet. Mit dem jüngsten Mietvertrag steigt laut des Vermieters Brookfield Properties die Büro-Vermietungsquote des Quartiers am Potsdamer Platz auf 93 Prozent. Ein Grund zur Freude für das Team, denn als der Immobilienmanager die Gebäude im Januar 2016 übernommen hat, lag die Vermietungsquote gerade einmal bei 53 Prozent [wir berichteten].

WeWork wird die rund 13.000 m² im Sommer 2018 in Betrieb nehmen, vorher werden die Flächen entsprechend des Unternehmensdesigns umgebaut. „Der Potsdamer Platz ist eine ideale Ergänzung zu unseren Standorten in ganz Deutschland. In der Eichhornstraße 3 sind unsere Flächenanforderungen in Gänze erfüllt: hervorragende Anbindung in zentraler Lage, eine attraktive Architektur sowie ein urbanes Umfeld mit vielfältigen Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten. Deshalb möchten wir langfristig mit unserem Konzept am Potsdamer Platz vertreten sein“, sagt Patrick Nelson, Head of Real Estate Europa von WeWork.

 

Start-up Hotspot Berlin
In der 7. bis 21. Etage des Towers wird WeWork dann seinen sechsten Standort in der Hauptstadt, und zugleich seine größte Fläche in Deutschland in Betrieb nehmen. Neben Berlin hat der Büroflächen-Anbieter zudem Büros in Hamburg und Frankfurt im Programm. Die neu angemietete Fläche ist aber nicht nur die größte im Bestand des Unternehmens, sondern auch die größte Coworking-Fläche in Deutschland überhaupt. Für den Berliner Büroimmobilienmarkt hat die Entscheidung des Co-Workers Signalwirkung. Die Transaktion markiert einen der umfangreichsten Einzelabschlüsse auf dem Büromarkt der Hauptstadt, womit sich der Trend aus den ersten drei Quartalen fortsetzt: „Coworking-Konzepte“ und der TMT-Sektor treiben den Mietmarkt. „Für die Start-up-Hauptstadt Berlin werden die schon lange ansässigen Coworking-Spaces und Business Center immer wichtiger. Aufgrund der angespannten Angebotssituation bieten diese vor allem kleinen bis mittelgroßen Unternehmen die Option, zeitnah Arbeitsplätze beziehungsweise Büroflächen in diesen Flexible Office Spaces anzumieten. Mittlerweile konkurrieren diese Anbieter von Büroflächen selbst in Premiumlagen zu Spitzenmieten mit klassischen Büronutzern wie Kanzleien und Beratern“, so Marc Vollmer, Head of Office Leasing Berlin bei CBRE. 

Stark expansive Co-Worker
Dieser Trend ist aber nicht nur in der Bundeshauptstadt zu beobachten. Unter den 70 größten Vermietungs- und Eigennutzertransaktionen (5.000 m² und mehr) in den BIG 5 erreichte der Anteil der Coworker gut acht Prozent (Q1-Q3). Vor allem in Berlin, München und Hamburg, zuletzt aber auch in Frankfurt schießen Coworking-Betreiber in zentralen Innenstadtlagen wie Pilze aus dem Boden. Kein Wunder, denn die Auslastung der Workplace-Anbieter wächst parallel. Miguel McKelvey, neben Adam Neumann einer der beiden Gründer von WeWork, konstatierte vor kurzem in einem Interview mit der Zeitschrift „Gründerszene“, dass sich die Zahl großer Unternehmenskunden, die sich in den salopp eingerichteten Räumlichkeiten einmieten, im letzten Geschäftsjahr fast verdoppelt habe, denn eta­blierte Unternehmen suchen den engen Kontakt zu innovativen Thinktanks. Gleichwohl stellen Start-ups und Selbständige nach wie vor den Löwenanteil der Kundschaft. Für die Bürovermietungsmärkte hat dieser Trend verschiedene Auswirkungen. JLL-CEO Timo Tschammler, ist sich sicher, dass "viele nationale und internationale Coworking-Anbieter bei rückläufigem Angebot neuer und hochwertiger Büroflächen alternative Arbeitsorte für Unternehmen anbieten, allerdings: nicht für alle und nicht für jeden Nutzer kommen solche Modelle in Frage. Der deutsche Büromarkt steht insofern vor der Herausforderung, sehr genau nutzerspezifisch Bürokonzepte anzubieten und zu entwickeln. Scheinbar erfüllen zahlreiche Bestandsobjekte diese Anforderungen nicht in vollem Umfang, denn umzugswillige Nutzer weichen vermehrt auf Projektentwicklungen aus.“

 

Quelle: Property Magazine

 


 

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