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Staatsoper Berlin Bald ist es soweit!

08.06.2017

Vorfreude auf irres Gedrängel und Sekt aus der Konditorei: Unser Klassikredakteur Frederik Hanssen umrundet die fast vollendete Staatsoper Unter den Linden. 

VON FREDERIK HANSSEN

 

Nur noch vier Monate! Wer dieser Tage Unter den Linden entlangflaniert, beginnt tatsächlich daran zu glauben, dass es mit dem Symboldatum des 3. Oktober für die Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper klappen könnte. Vor der jetzt altrosa getünchten Schaufassade mit dem klassizistischen Säulenportal ist endlich der hässliche, dunkle Fußgängertunnel abgebaut worden, ein allerletzter Kran dreht sich über dem Musentempel, haushohe Gerüste gibt es nur noch hinten beim Bühnenturm und auf der Rückseite des Gebäudes.

 

Gerade beschäftigen sich die Bauarbeiter mit dem Außenaufgang zum Apollosaal: Treppenstufen werden neu gegossen, einige Stellen in den alten Wänden sind aufgemauert worden, bald wird das historische Geländer wieder installiert werden können. Am Sockelgeschoss blitzen hinter zwei lockeren Brettern der Schutzverschalung bereits die goldenen Buchstaben des Schriftzugs „Deutsche Staatsoper“ hindurch. Und lange dürfte wohl auch jenes Bäumchen nicht mehr stehen, das im Schatten des großen Bauschildes vorne am Boulevard während der sieben langen Renovierungsjahre auf eine stattliche Höhe von über drei Metern herangewachsen ist.

 

Alles wird so sein wie früher
 

Am 22. Juni soll endlich enthüllt werden, was die Staatsoper in ihrer ersten Saison nach dem Rückumzug vom Charlottenburger Schillertheater nach Mitte auf der Bühne Unter den Linden bieten will. Und ab dem Tag der Deutschen Einheit wird dann alles – Denkmalschutz sei Dank – erneut ganz genauso sein wie früher. Es wird jeden Abend aufs Neue ein irres Gedrängel geben an den schmalen Eingangstüren, im winzigen Entrée werden sich die Eintrittskartenbesitzer an jenen vorbeiquetschen müssen, die an den Abendkassen auf Tickets waren.

 

Drangvoll wird die Enge auch in den Stiegenhäusern sein, stickig die Luft in den Rangfoyers, deren Deckenhöhe kaum jene von klassischen Plattenbauten übersteigt. Von einem Drittel der Plätze aus werden die Besucher wie einst nur eine eingeschränkte Sicht auf die Bühne haben. Und wer Lust auf einen Pausensekt verspürt, kann sich den ja in der „Konditorei“ holen, unten im fensterlosen Kellergeschoss. Ich kann es kaum erwarten.

 

Quelle: Der Tagesspiegel

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