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Bezirksamt Mitte verärgert Hamburger Investor Harm Müller-Spreer

26.08.2016

 

Das Französische Palais Unter den Linden 40 in Berlin-Mitte ist eine ziemlich begehrte Immobilie. 350 Interessenten wollten es nach gut 20 Jahren Leerstand von der Bavaria Immobilien Management GmbH & Co Unter den Linden 40 KG kaufen. Dahinter verbirgt sich eine Auffanggesellschaft der zusammengebrochenen landeseigenen Bankgesellschaft Berlin. Eine richtig teure Immobilie. Einer hat es am Ende bekommen. Für einen zweistelligen Millionenbetrag im mittleren Bereich. Wie das Maklerunternehmen JLL Jones Lang LaSalle GmbH aus Frankfurt am Main mittteilte. JLL hat im Auftrag des Verkäufers im Rahmen eines Bieterverfahrens den Hamburger Immobilienunternehmer Harm Müller-Spreer (53) herausgefischt. Der Sportseegler mit eigenem Segel-Rennteam (Platoon TP52) ist nicht nur in der Hamburger Baubranche, sondern auch in Berlin kein Unbekannter.

 

Müller-Spreer besitzt in Hamburg das Elbchaussee-Schloss Villa de Freitas in der Elbchaussee 239 im Stadtteil Othmarschen und in Berlin das Spreedreieck mit dem Hochhaus Friedrichstraße 140, mit dem Tränenpalast und mit der ehemaligen Ausreisehalle der Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichstraße in Mitte, den Adidas-Flagship Store in der Münzstraße 13-15 in Mitte, die Hackeschen Höfe mit dem SAP-Geschäftshaus in der Rosenthaler Straße 30 in Mitte und ein Jugendstilhaus in der Neuen Schönhauser Straße in Mitte.

 

Seine Errungenschaft Französiches Palais Unter den Linden 40 hat rund 10.000 Quadratmeter Bestandsfläche und bot die Möglichkeit, auf 17.000 Quadratmeter zu erweitern. Es steht nach Auszug der französischen und italienischen Botschaft seit Anfang der 90er Jahre weitgehend leer. Der denkmalgeschützte Bau sollte nach einer Komplettsanierung ab dem Jahr 2016 als Büro- und Geschäftshaus genutzt werden. Der Neustart wird von David Chipperfield Architekten in der Joachimstraße 11 in Mitte begleitet.

 

Aber was Harm Müller-Spreer so alles mit dem Französischen Palais anstellen will, scheint dem Bezirksamt Mitte nicht zu gefallen. Denn:

 

Der Bauantrag wurde abgelehnt.

Christian Walther von der rbb Abendschau: „Irgendwie kommt einem die Geschichte bekannt vor. Da ist eine Immobilie in bester Lage Unter den Linden. In diesem Fall gleich neben dem Cafe Einstein die Nummer 40. Ein über 100 Jahre altes Haus. Samt Nachbargrundstücken. Da gibt es Leerstand und Verfall. Vor allem auf der Rückseite zur Mittelstraße und Neustädtischen Kirchstraße hin. Dann kommt als Märchenprinz ein Investor. In diesem Fall der Hamburger Harm Müller-Spreer. Der das Ensemble wieder wachküssen will. Er beauftragt einen renommierten Architekten. In diesem Fall das Büro Chipperfield, das auch einen interessanten Entwurf macht mit Sanierung, Aufstockung und Lückenschluss. Schließlich wird ein Bauantrag gestellt und dann peng sagt der Bezirk: Geht nicht.“

 

„Bestimmte Gebäudeteile dürfen nicht abgerissen werden.“

 

Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (45, CDU) : „Also grundsätzlich sind wir schon froh. Allerdings haben wir einige Bedenken, was die konkreten Planungen angeht. Insbesondere was den Teilabriss einiger Gebäudeteile betrifft. Und sowohl die Denkmalschutzbehörde im Bezirk als auch das Landesdenkmalamt haben gesagt: Bestimmte Gebäudeteile dürfen nicht abgerissen werden. Und daran muss sich dann auch letztendlich der Investor halten.“

 

Tatsächlich sind die Maßstäbe im Umgang mit historischer Substanz streng. Und die Hürden für Abriß, Überbauung und Umgestaltung sind auch im Gebäudeinneren hoch. Christian Walther: „Doch Denkmalschutz ist das eine, das Interesse des Investors an einem möglichst gut vermietbaren Geschäftshaus oft etwas ganz Anderes.“

 

Baustadtrat Spallek: „Dass es genutzt werden soll und kann, ist unstreitig. Doch, ob es hier auch bis zum letzten Quadratmeter ausgequetscht werden muss zu Lasten des Denkmals, da gibt es einen Dissenzpunkt.“

 

Harms Müller-Spreer hat bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid des Bezirksamtes Mitte eingelegt. Er teilte der rbb Abendschau telefonisch mit: Er sei zu Kompromissen bereit. Nach entsprechenden Gesprächen aber auch davon überzeugt, dass er vom Senat die Baugenehmigung erhalten werde. Die Senatsverwaltung gibt sich auf Anfrage schmallippig und bestätigt nur, was ohnehin bekannt ist, nämlich dass sie den Widerspruch derzeit bearbeitet. Man darf gespannt sein, ob sich vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September 2016 noch etwas rührt.

 

Quelle: Berlin Journal

 

 

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