KONTAKT

DIE MITTE e.V. - 360° Berlin 

Friedrichstraße 95 , 10117 Berlin

T 030 20962390

M info@die-mitte.berlin

  • https://www.facebook.com/DieMitte.Be
  • DIE MITTE bei twitter
  • linkedin.com/company/die-mitte-berli
  • XING
  • DIE MITTE News Feed
  • Instagram
  • DIE MITTE auf Youtube
  • Mitglieder Gruppe bei Facebook
  • Mitglieder Gruppe bei LinkedIn

Denkmalschutz in Berlin - Bürger sammeln Unterschriften für die Arkaden im Nikolaiviertel

22.12.2015

 

Der Architekt Günter Stahn lässt keine Zweifel aufkommen: „Das Nikolaiviertel ist ein Flächendenkmal mit einzelnen historischen Objekten“, sagt er der Berliner Zeitung. Auch die Arkaden sollen unverändert als ein Werk der modernen Architektur erhalten bleiben.
von Uwe Aulich

 

„Dieses schützenswerte, der Tradition verpflichtende Viertel darf baulich nicht verändert werden. Ich weigere mich persönlich, jeglichem Umbau der Arkaden zu Raumflächen zuzustimmen.“ Günter Stahn ist der Architekt des Nikolaiviertels, er hatte vor rund 35 Jahren in der DDR einen städtebaulichen Wettbewerb zum Wiederaufbau des Viertels rings um die 1230 errichtete Nikolaikirche gewonnen.

Sein Votum hat der 74-Jährige jetzt abgegeben, weil es um die Arkaden entlang von Rathaus-, Post- und Propststraße Streit gibt. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM), der nahezu alle Häuser im Nikolaiviertel gehören, will die Arkaden mit Schaufenstern schließen, damit Läden und Gaststätten mehr Fläche erhalten. 

Um das zu verhindern, hat das Bezirksparlament Mitte vergangene Woche beschlossen, dass das Nikolaiviertel von der oberen Denkmalschutzbehörde als Flächendenkmal eingetragen werden soll. Zwischenzeitliche Bauanträge zum Umbau der Arkaden sollen bis zu einer Entscheidung des Senats zurückgestellt werden.

 

Bürger sammeln Unterschriften

 

Die Geschäftsleute begrüßen die Forderung nach Denkmalschutz, die meisten finden die Arkaden gut. Zusammen mit Anwohnern hat der Verein Nikolaiviertel einige Hundert Unterschriften für den Erhalt der typischen Arkaden gesammelt. „Hier ist der Ursprung Berlins. Unter den Arkaden hat man im Sommer Schatten, dort ist man auch vor Regen geschützt“, sagt Ilona Rohleder. Sie führt seit 22 Jahren ein Antiquitätengeschäft.

 

Ihrer Ansicht nach sollte das Viertel unter Denkmalschutz gestellt werden. „Es ist wie eine Oase. Man hat es schön gemacht, sodass man den alten Charakter mit vielen historischen Gebäuden wieder erleben kann.“

Elke Kremke betreibt in der Poststraße ein Geschäft, in dem sie überwiegend dänische Mode für Frauen anbietet. Sie mag die Arkaden vor ihrem Laden. „Die Kreuzbögen darin sind etwas Besonderes. Bei der Gestaltung haben sich die Architekten in der DDR sehr viel Mühe gegeben.“ Sie wünscht sich, dass ihre Schaufenster größer wären, damit mehr Licht ins Geschäft fällt. Derart umgestaltet hat die WBM bereits zwei Restaurants: das Balthazar und das Schwalbennest.

 

Ensembleschutz für DDR-Architektur

 

Annette Ahme von der Gesellschaft Historisches Berlin hat zudem eine Online-Petition gestartet. Ziel ist auch hier: Denkmalschutz für das Nikolaiviertel. Sie fordert Ensemble-Schutz für weitere Gebäude der DDR-Architektur etwa das frühere Grand Hotel an der Friedrichstraße, die Randbebauung am Gendarmenmarkt und die Plattenbauten in der Wilhelmstraße.

Jetzt prüft das Landesdenkmalamt. „Es kommt allen Prüfaufträgen nach. Dies geschieht auch im Laufe des Jahres 2016 für das Nikolaiviertel“, sagt Martin Pallgen, Sprecher der Stadtentwicklungsbehörde. Diese Prüfungen seien immer ergebnisoffen. Berlinweit würden derzeit die Gebäude der 70er- und 80er-Jahre ins Blickfeld der Denkmalschützer rücken. Dazu gehörten auch die Gebäude im Nikolaiviertel, obwohl sie historisch auf eine weit zurückliegende Zeit verweisen.

Architekt Stahn ist optimistisch: „Das Nikolaiviertel ist der Gründungsort Berlins. Es ist ein gelungenes Ensemble, das es wert ist, unter Denkmalschutz gestellt zu werden.“

 

 

– Quelle: Berliner Zeitung 

Share on Facebook
Share on Twitter
share on linkedIn
Please reload

Weitere Beiträge
Please reload

Empfohlene Einträge