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Vorprogrammiertes Chaos

27.01.2012

Quelle:

Fahrgastverband IGEB ist entsetzt über Planungen der Deutschen Bahn, den S-Bahn-Nordsüd-Tunnel zeitgleich zur Unterbrechung der U-Bahn-Linie 6 zu sperren

 

Vom Juli 2012 bis zum Oktober 2013 wird die U-Bahn-Linie 6 zwischen den Stationen Friedrichstraße und Französische Straße unterbrochen, um den neuen Umsteigebahnhof „Unter den Linden“ zur U-Bahn-Linie 5 bauen zu können. Den betroffenen Fahrgästen wird geraten, die unterbrochene Strecke zu umfahren. Hierfür bieten sich vor allem die Linien S1, S2 und S25 im Nordsüd-Tunnel der S-Bahn an. Das ist bekannt.

 

Doch nun plant die Deutsche Bahn, genau in dieser Zeit im Nordsüd-Tunnel der S-Bahn zu bauen und den S-Bahn-Verkehr erheblich einzuschränken. Zum einen soll es mehrmonatige Sperrungen abends und nachts zum Einbau der neuen Zugsicherungstechnik geben. Zum anderen ist im Februar 2013 sogar eine zweiwöchige vollständige Sperrung zur Auswechslung von Schienen geplant. Das zeitgleiche Bauen an den beiden Nordsüd-Strecken von U-Bahn und S-Bahn würde zu äußerst schweren Einschränkungen des öffentlichen Verkehrs in der City-Ost führen, zumal von den U-Bahn-Bauarbeiten auch der Busverkehr betroffen ist.

 

Da die Absicht zur U6-Unterbrechung seit Jahren bekannt ist, hat der Berliner Fahrgastverband IGEB kein Verständnis für die Planungen der Deutschen Bahn und fordert eine umgehend Umplanung. Während der Unterbrechung der U6 mit ihren massiven Auswirkungen auf die Fahrgäste müssen die Umfahrungsmöglichkeiten mit den anderen Nordsüd-U-Bahn-Linien U8 und U9 sowie mit der U2 und insbesondere mit den S-Bahn-Linien im Nordsüd-Tunnel und auf der Stadtbahn uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Auch die Gewerbetreibenden in der Berliner Mitte, vertreten durch die IG Friedrichstraße, sehen jede weitere Einschränkung im ÖPNV während der U5/U6-Baumaßnahme als unannehmbar an.

 

Bereits zu Ostern 2012 steht vielen Fahrgästen mit den sich vom 7. bis 16. April überschneidenden baubedingten Unterbrechungen von S-Bahn-Ostring und Nordast der U-Bahn-Linie U2 eine schwere Zeit bevor. Ein solches Beispiel von Missmanagement in der Bauplanung darf es kein zweites Mal geben!

 

Christfried Tschepe, IGEB-Vorsitzender
Jens Wieseke, stv. IGEB-Vorsitzender

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