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Zu Besuch im U-Bahnhof Rotes Rathaus


Unterwegs in der zukünftigen Station Rotes Rathaus. Architekt Oliver Collignon erklärt Besuchern seine Baustelle.

Von Philipp Siebert


Sonnabend gab es gleich mehrere Möglichkeiten, werdende Bauten zu erkunden. Zum fünften Mal öffnete das Humboldt Forum Besuchern seine Türen. Im Rahmen des Tages der Architektur konnte man zudem den unfertigen Bau des U-Bahnhofs Rotes Rathaus erleben.

Der verantwortliche Architekt Oliver Collignon zeigte rund 60 Besuchern seine unterirdische Anlage, die im September 2016 Richtfest gefeiert hatte. Neben Planung und Arbeiten stellte er die nächsten Schritte vor. So sollen demnächst die schwarzen und weißen Terrazzo-Platten, die dem Bahnhof einmal sein Erscheinungsbild geben sollen, vor die noch kargen Betonwände gehängt werden.

Bereitwillig beantwortete Collignon die Fragen der Teilnehmer. Er erklärte etwa, dass die Decke eingezogen wurde, bevor man das Erdreich aushob. Erst dann wurde der 16 Meter tiefe Bahnhof von unten nach oben aufbetoniert. "Der große Vorteil dabei ist, dass wir keine offene Baugrube hatten, die über Jahre in direkter Nachbarschaft zum Roten Rathaus den Lärm nach außen trägt."

"So außergewöhnliche Architektur gibt es nicht oft"

Sieben Pilzkopfstützen wurden eingehängt und danach mit dem Boden verbunden. In der Mitte der 140 Meter langen und bis zu 40 Meter breiten Halle sollen sie ein Erkennungsmerkmal des Bahnhofs werden. Sie haben laut Collignon den Vorteil, dass sie durch ihre große Spannweite relativ viel Last tragen können, aber durch ihr geringes Volumen nicht viel Platz einnehmen. Die Säulenform wurde aus dem gotischen Deckengewölbe des mittelalterlichen Rathauses abgeleitet, dessen Überreste bei den Grabungen entdeckt wurden.

Collignons Pläne sehen vor, die archäologischen Funde sichtbar zu machen. Dazu soll auf der Zwischenebene eine Glasscheibe und auf dem Platz vor dem Roten Rathaus ein Glasboden eingezogen werden. Der Bahnhof sowie das alte und das neue Rathaus seien dann als Gesamtes wahrnehmbar. "Alle, auch der Senat, finden die Idee super, aber bisher hat keiner etwas in diese Richtung unternommen", bedauerte Collignon. Auch einen konkreten Umsetzungsplan gebe es nicht. Er rechnet mit einer Fertigstellung bis 2025, auch wenn das zunehmend unrealistisch werde.

"Ich bin gespannt auf die Eröffnung, denn so außergewöhnliche Architektur gibt es nicht oft", sagte Teilnehmerin Justyna Mintus nach der Führung. Sie muss sich noch mindestens drei Jahre gedulden. Denn obwohl der Bahnhof schon im August 2018 komplett fertiggestellt sein soll, werden Züge dort frühestens Ende 2020 halten. Denn dann wird nach derzeitigem Stand auch der Rest der 2,2 Kilometer langen Verbindungsstrecke zwischen Bahnhof Alexanderplatz und U-Bahnhof Brandenburger Tor fertig sein, von dem bereits seit 2009 die U55 im Pendelverkehr zum Hauptbahnhof fährt. Begeisterte Führungsteilnehmer aus Hönow sagten, man könne das in der Region kaum erwarten. Damit werde Brandenburg ein Stück enger an Berlin angeschlossen. Die alte U5 verkehrt zwischen Alexanderplatz und Hönow.

Fahnenmasten und die alte Gaslaterne kehren zurück

Dass der Bahnhof Rotes Rathaus im fertigen Zustand zwei Jahre auf seine Inbetriebnahme warten muss, sei einer Kosten-Nutzen-Rechnung geschuldet, sagte Stephanie Niehoff von Projektrealisierung GmbH U5 – einer Tochterfirma der BVG. Es sei günstiger, den ganzen Abschnitt auf einmal zu eröffnen. Die Ebene unter dem Bahnsteig, auf der die Züge gewendet werden können, soll bereits ab 2018 genutzt werden.

Überirdisch wird sich das Bild aber schon ab diesem Jahr ändern. Mitte Juli soll die Oberflächenwiederherstellung beginnen, sodass Ende 2018 auch die Rathausstraße zwischen Post- und Jüdenstraße wiederhergestellt ist. Bereits Ende 2017 soll die Vorfahrt vor dem Roten Rathaus wieder wie vor Baubeginn aussehen. Die Fahrbahn der Rathausstraße und die Gehwege werden asphaltiert, die Fahnenmasten sowie die alte Gaslaterne wieder aufgestellt.

Das Projekt "Lückenschluss U5" war wegen Nässe und des in Teilen schwierigen Untergrunds um ein Jahr in Verzug geraten. Aktuell stellt der Bau des Bahnhofs Museumsinsel die Arbeiter vor große Herausforderungen, da er zum Teil unter dem Spreekanal errichtet wird. Das Erdreich musste vereist werden, damit kein Wasser eindringt. Am Umsteigebahnhof Unter den Linden soll allerdings noch diesen Sommer Richtfest gefeiert werden.

Aktuell rechnet die BVG mit Kosten von 535 Millionen Euro – 92 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. 150.000 Fahrgäste sollen die fertiggestellte Strecke täglich nutzen und so den Autoverkehr auf der Straße Unter den Linden erheblich reduzieren.

Quelle: Berliner Morgenpost

ANMERKUNG:

Ende August 2017 lädt die U5 - Projekt GmbH die DIE MITTE-Mitglieder zur Besichtigung der U-Bahnhöfe Unter den Linden und Rotes Rathaus ein. Im Juni 2016 hatten wir das letzte Mal die Gelegenheit, uns mit eigenen Augen über den Baufortschritt der U5 zu informieren. Die Einladung dazu folgt in Kürze. (FH)

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