Friedrichswerdersche Kirche wird nach Sanierung wieder eröffnet

Nach rund achtjähriger Schließzeit öffnet die Friedrichswerdersche Kirche am Dienstag, den 27. Oktober 2020, wieder für die Öffentlichkeit. Von 1824 bis 1830 erbaut, ist sie heute der einzig original erhaltene Kircheninnenraum Karl Friedrich Schinkels. In der parallel eröffnenden Sonderausstellung „Ideal und Form“ werden hier Skulpturen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Nationalgalerie gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Die Friedrichswerdersche Kirche wurde von Karl Friedrich Schinkel geplant und von 1824 bis 1830 – nahezu zeitgleich mit seinem Alten Museum – erbaut. Erste Entwurfszeichnungen aus den Jahren 1821/22 sahen eine Kirche in Form einer römischen Tempelarchitektur vor. Wie die Ausführungen zu seinen ersten Entwürfen verdeutlichen, hatte Schinkel von Anfang an das möglichst unverstellte Erleben eines hell erleuchteten Gesamtraumes vor Augen: „Der ganze innere Raum der Kirche ist frei ohne Hindernis im Sehen und Hören von einer angemessenen Anzahl großer, nicht zu hoch liegender Fenster erleuchtet.“ Der königlichen Ablehnung folgten alternative Skizzen, doch erst ein dritter, von Kronprinz Friedrich Wilhelm (IV.) im Stil gotischer Chapels initiierter Entwurf, sollte zur Ausführung kommen.

Schwere Schäden im Zweiten Weltkrieg machten eine aufwändige Sanierung in den Jahren 1979 bis 1986 erforderlich. Die Wiederöffnung und erstmalige Nutzung durch die Staatlichen Museen zu Berlin erfolgte schließlich anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987.

Seit 2012 war das unter Denkmalschutz stehende Kirchengebäude nur noch von außen erlebbar, da das Entstehen neuer Bauwerke in unmittelbarerer Nachbarschaft gravierende Schäden verursacht hatte und eine aufwändige Instandsetzung und Restaurierung nach sich zog.


Wie vor der Schließung 2012 wird die Friedrichswerdersche Kirche nun wieder von der Alten Nationalgalerie als Dependance für die Präsentation ihres umfangreichen Skulpturenbestands genutzt werden. Die Nationalgalerie besitzt eine der umfassendsten Sammlungen skulpturaler Kunst des 19. Jahrhunderts und nimmt damit eine herausragende Stellung innerhalb der deutschen Museumslandschaft ein.

Die Ausstellung „Ideal und Form. Skulpturen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Nationalgalerie“ ermöglicht den Besucher*innen nun endlich wieder, die weitestgehend original erhaltene Architektur des 19. Jahrhunderts im Zusammenspiel mit meisterlichen Skulpturen und Plastiken aus eben jener Zeit zu erleben – und das bei wechselndem Tageslichteinfall immer wieder neu. Anhand ausgewählter Sammlungsstücke von der Schinkelzeit bis zum Kaiserreich zeichnet „Ideal und Form“ die Entwicklungslinien des langen 19. Jahrhunderts in die Moderne nach und lädt ein, die seinerzeit bereits international ausgerichtete Berliner Bildhauerschule neu zu entdecken – darunter bedeutende Werke von Christian Daniel Rauch, Johann Gottfried und Ridolfo Schadow, Elisabet Ney oder Adolf von Hildebrand.


Nach acht Jahren wird die Friedrichswerdersche Kirche nun endlich wieder geöffnet.


Fotos: Anja Strebe

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