Cool oder Kitsch? KURIER macht den Checkpoint-Check



Berlin - Von Mike Wilms

Die Bau-Debatte um den Checkpoint Charlie ist fast so alt wie die Deutsche Einheit. Doch jetzt hat das Reden und Planen ein Ende: Montag rollen die Bagger an! Auf den letzten freien Bauflächen am legendären Kontrollpunkt wächst was. Wo früher die Mauer stand, entstehen Wohntürme aus Glas – mit Bibliothek und Fitnesscenter für Mieter.

Wo bisher Pferdekutschen auf Kostümsoldaten und knipsende Touristen auf Mützen-Händler trafen, geht es ans Eingemachte. Ein Teil des Nippes weicht „Charlie Living“, einem Wohnkomplex mit futuristischen Häusern. Die Baugenehmigung lag erst vor wenigen Tagen bei Heskel Nathaniel, Chef des Projektentwicklers Trockland, in der Post. Er errichtet auf der 8850 Quadratmeter großen Fläche an der Zimmerstraße 92-94 vier Gebäude – darunter drei reine Wohnhäuser mit 289 Wohnungen und Apartments.

Nathaniel betont, dass an der alten Sektorengrenze nichts „abgeriegelt“, sondern offen mit „erlebbarer Natur“ gebaut wird. Passanten können, so eine Sprecherin zum KURIER, zwischen den Türmen auf eine „grüne Oase“ mit viel Holz, Wasser, Hügeln, Terrassen und Bäumen auf verschieden hohen Ebenen blicken. Noch sind nicht alle Planungen des Architekturbüros Graft fertig. Fest steht aber, dass nicht nur Reiche in die 36 bis 211 Quadratmeter großen Mietwohnungen einziehen sollen.

„Charlie Living“ ist ohnehin nur das erste Puzzlestück des Mega-Projekts „Charlie Berlin“. Hintergrund: Seit Herbst 2015 gehören Trockland auch zwei freie Grundstücke an der Ecke Zimmer- / Friedrichstraße. Dort soll es in näherer Zukunft ein „Hard Rock Hotel“ mit 372 Zimmern und Suiten geben. Es heißt, dass Rocker wie die Scorpions als Co-Designer mitarbeiten sollen.

Zu einem Knackpunkt konnte die Firma Trockland auf KURIER-Anfrage nichts Neues sagen: Der Senat beharrt darauf, dass in eines der Gebäude ein „Museum des Kalten Krieges“ einzieht. Dort soll an historischem Ort über den Ost-West-Konflikt und den Checkpoint Charlie aufgeklärt werden. Die Bauherren müssen das wohl in irgendeiner Form berücksichtigen, aber nichts ist spruchreif.

Montag geht’s also erst mal mit „Charlie Living“ los: Dessen Grundsteinlegung ist für Anfang 2017 geplant. Die Häuser sollen in zweieinhalb Jahren fertig sein. Spätestens dann wissen wir, was cooler ist: der alte oder der neue Charlie.

Quelle: http://www.berliner-kurier.de/24973890 ©2017

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