Mehr Wohnraum - Es gibt neue Hochhaus-Pläne für den Alex


Berlin - von Ulrich Paul

Am Alexanderplatz soll sich das Gesicht Berlins so stark verwandeln wie sonst nirgendwo in der Stadt. Berliner dürften staunen: Neun bis zu 150 Meter hohe Wolkenkratzer können dort nach dem überarbeiteten Masterplan des Architekten Hans Kollhoff entstehen. Für zwei Projekte gibt es bisher konkrete Ideen. Am Dienstag wurden im Baukollegium von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher Überlegungen für zwei weitere Türme präsentiert.

Der Eigentümer des Hotels Park Inn, das französische Unternehmen Foncière des Régions (FdR), will die beiden Türme auf den Flächen neben dem Hotel bauen. Nach einem Vorschlag des Architekturbüros Sauerbruch Hutton soll an der Karl-Liebknecht-Straße/Ecke Alexanderstraße ein Hochhaus errichtet werden, das genauso groß wie das Hotel Park Inn wird – rund 130 Meter.

Damit würden nebeneinander Zwillingstürme entstehen, sagte Architekt Matthias Sauerbruch bei der Präsentation. Der zweite Turm an der Alexanderstraße könnte bis zu 150 Meter hoch werden – hier ist der Architekt offen.

In beiden Hochhäusern sollen Büros entstehen. Bei den Zwillingstürmen ist ein gemeinsamer Sockelbau vorgesehen, in dem Läden und Konferenzräume untergebracht werden. Im Sockelbau des anderen Turms sollen neben Geschäften rund 100 Wohnungen errichtet werden. Keine Luxuswohnungen, sondern Mietwohnungen, wie die Investoren versicherten.

Sind die vorgestellten Pläne realistisch?

Auf den möglichen Bau eines Hochhauses, das an das bestehende Hotel Park Inn angrenzt, verzichten die Architekten. Ein solcher Anbau wäre nach dem überarbeiteten Masterplan des Architekten Hans Kollhoff für den Alex möglich, ist aber vom Hotel-Eigentümer nicht erwünscht.

Ob die Pläne der Investoren so realisiert werden, wie sie am Dienstag vorgestellt wurden, ist allerdings fraglich. Das Baukollegium zeigte sich zwar erfreut darüber, dass die Architekten die mögliche Höhe von 150 Metern bei einem der Hochhäuser unterschreiten.

Senatsbaudirektorin Lüscher sagte jedoch, das Baukollegium glaube nicht, dass es „eine zielführende Strategie“ sei, die Zwillingstürme von den übrigen Hochhäusern am Alex zu isolieren. Welche Erwartungen Berlin an die künftige Höhengestaltung hat, werde kurzfristig geklärt, sagte Lüscher. Die Zeit drängt. Der Investor will den Wettbewerb für den Bau des Hochhauses an der Alexanderstraße bereits im Januar starten.

Bisher gab es nur für zwei 150 Meter hohe Türme am Alex konkrete Pläne. Eines der Hochhäuser will der US-Investor Hines auf dem Grundstück neben dem Elektronikmarkt Saturn errichten. Nach einem Entwurf des Star-Architekten Frank O. Gehry soll dort ein 39-stöckiges Gebäude mit Wohnungen und einem Hotel errichtet werden.

Der russische Investor Monarch gilt als zweiter Interessent

Der Bau sollte eigentlich schon vor zwei Jahren beginnen, doch kam es bisher nicht dazu. Der Grund: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verlangen Garantien für den Fall, dass es während der Bauarbeiten zu Schäden am Tunnel der U-Bahn-Linie 5 kommt, die direkt neben dem geplanten Hochhaus verläuft. Bisher haben sich beide Seiten noch nicht verständigt.

Der russische Investor Monarch gilt als zweiter Interessent für den Bau eines Hochhauses. Monarch will nach Plänen des Architekturbüros Ortner + Ortner einen 150 Meter hohen Turm neben dem Haupteingang des Einkaufszentrums Alexa errichten – mit Gewerbeflächen und Wohnungen.

Ob Monarch tatsächlich als Bauherr auftritt, ist jedoch offen. Es gibt Hinweise, dass das Projekt verkauft werden soll, sobald das Baurecht vorliegt. Von den Projekt-Beteiligten werden Verkaufsabsichten aber noch dementiert.

Wie berichtet, plant außerdem der Kaufhof den Bau eines Hochhauses. Der Turm soll neben der jetzigen Galeria Kaufhof zur Karl-Liebknecht-Straße hin errichtet werden. Erste Studien wurden Senatsbaudirektorin Lüscher bereits präsentiert, stießen aber noch auf Bedenken.

Das Hochhaus soll so in den öffentlichen Raum gerückt werden, dass den Fußgängern nur ein Weg unter Arkaden bleibt. Lüscher sieht eine solche Verengung des öffentlichen Raumes kritisch.

– Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/29024790 ©2017

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