Premiere für einen neuen Stil


Das neue Flaggschiff der französischen Warenhauskette Galeries Lafayette in Istanbul läutet für das Unternehmen eine neue Ära ein. Gerade hier, mit einem Fuß im Orient, wird ein neues, modernes Design mit reduzierter Farbigkeit und dynamischen Linien eingeführt, das auch im Pariser Mutterhaus Einzug halten soll. (von Imke Hahn und Winfried Lambertz)

Okzident trifft Orient: Im Mai öffnete auf der asiatischen Seite Istanbuls in dem ebenfalls neu eröffneten Einkaufszentrum Emaar Square Mall das neue Flaggschiff von Galeries Lafayette. Absolutes Highlight und zentrales Element, das alle drei Etagen miteinander verbindet, ist die opulente Kuppel im Luftraum des Warenhauses. Die moderne Architektur der Kuppel besteht aus Prismen aus poliertem Edelstahl und ist eine künstlerische Interpretation der berühmten Jugendstil-„Coupole“ im Haupthaus am Boulevard Haussmann in Paris. Auch in den Berliner Galeries Lafayette wurde die Kuppel in die Architektur integriert.

Dezente landestypische Anklänge

Gut 9.500 qm beträgt die Gesamtfläche des Warenhauses, wovon 1.550 qm auf das Ober- und 2.550 qm auf das Untergeschoss fallen. Mit 5.400 qm ist das Erdgeschoss das größte Geschoss. Auf den drei Etagen werden 400 Marken angeboten. Das Sortiment erstreckt sich von Frauen-, Kinder- und Männermode über Accessoires und Interieur bis hin zu Beauty-Produkten. Neben der eigenen Marke Lafayette finden sich bekannte Namen wie Karl Lagerfeld, Dior, Victorias Secret, Adidas oder Zara. Galeries Lafayette bot den Marken viel Freiheit hinsichtlich der Gestaltung der Shop-in-Shop Flächen. Durch wiederkehrende Elemente schafft das Interior Design gleichzeitig die optische Wiedererkennung der Dachmarke. So wurden Bodenbeläge und Beleuchtung vorgegeben. Das Architekturbüro Plajer & Franz mit Sitz in Berlin zeichnet für die Gestaltung des Hauses verantwortlich. Es handelt sich nicht um die erste Zusammenarbeit der Berliner mit Galeries Lafayette. So setzte das Architekturbüro bereits ein Konzept für die Young-Fashion-Abteilung in der Berliner Filiale und für die Filiale in Jakarta um.

Die dominierenden Materialien auf allen Etagen sind pulverbeschichtete Metallflächen, gebürstetes Messing und Holz. Die Wandoberflächen wurden mit einem Kammputz versehen. Die Materialwahl Marmor für die Bodenbeläge bietet ebenfalls einen landestypischen Anklang. „Für den Ladenbau war es wichtig, landestypische Merkmale zu beachten“, sagt Alexander Plajer. Verschiedene Details hingegen verleihen dem Warenhaus französisches Flair, zum Beispiel Mood-Fotos, die Kinder von französischen Stars darstellen. Frei auf der Fläche arrangierte Pflanzen wie große Topfpflanzen oder Bananenstauden lockern das Storedesign auf und setzen Akzente.

Das Herzstück bildet das Erdgeschoss mit den Schwerpunkten Damenmode, Klein- und Großlederwaren, Handtaschen und Accessoires sowie eine Schmuck- und eine Parfumabteilung. Das Obergeschoss ist den Schuhabteilungen, Evening Wear, Kids und Lingerie vorbehalten, alles in durchgängig weißer Gestaltung. Gezielt platzierte goldene und schwarze Dekorationen unterbrechen den Look der weißen, hell hinterleuchteten Schuhregale und Warenpräsenter. Im Untergeschoss findet sich eine Multibrand-Fläche, weiterhin Jeans, Street Wear, Schuhe und Sneakers sowie die Männermodeabteilung, eingeteilt in Premium und Casual. Die Eröffnung von Galeries Lafayette Istanbul ist für das Unternehmen die Premiere eines neuen Brandings mit neuem Logo. Ein Hauptmerkmal ist die reduzierte Farbigkeit im gesamten Store. Während im Pariser Haupthaus eine gold-rote Farbwelt herrscht, kleidet sich das neue Haus in moderne Zurückhaltung: Weiß und Schwarz werden mit der Akzentfarbe Rot kombiniert, die in der DNA der Marke verankert ist. Goldene Elemente an Möbeln und Dekorationen knüpfen ebenfalls an das französische Vorbild an. Einige Dekorationen sorgen für zusätzliche Akzente, beispielsweise French Panels aus Bronze im Eingangsbereich.

Shop-in-Shops

Kurze Verbindungswege unter 15 m und Cross-Merchandising-Inszenierungen sollen den Kunden immer wieder neue visuelle Anreize bieten und so eine intuitive Wegeführung ermöglichen. Auf jeder Etage gibt es Waren-Inseln, die Sichtachsen bilden. Sie präsentieren Produkte aus anderen Abteilungen und sollen so als Inspirationsquelle dienen, ebenso wie Highlight-Wände und -Podeste. Unterschiedliche Bodenbeläge strukturieren die Fläche und dienen als Leitsystem. Gemusterte Natursteinböden und geölte Holzböden trennen die Laufwege von den Sortimentsbereichen. Ziel war es laut Alexander Plajer auch, einen weichen und fließenden Übergang zwischen den Gängen zu schaffen. In der Damen-und Herrenabteilung mit ihrem aufwändigen schwarz-weißen Marmorboden schafft ein Farbverlauf einen weichen Übergang und verbindet die Bereiche.

Die Schuhabteilung in kontemporärem Ambiente. (Foto: Plajer & Franz Studio)

Das gesamte Warenhaus wurde mit LED-Technik ausgestattet. Hauptziel des Beleuchtungskonzeptes der Firma Itab Prolight war es, ein ruhiges Deckenbild zu schaffen: Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg installierte Strahlergruppen statt Einzelleuchten. Die rein warenbezogene Beleuchtung wird mit dem ausschließlichen Einsatz von Spot- und Mediumflood-Reflektoren erzielt. Eine lichttechnische Herausforderung stellte die Beleuchtung der Kuppel mit ihren metallischen Prismen dar. Für besonders strahlende Lichtreflexe erarbeitete Itab gemeinsam mit dem Leuchtenhersteller Erco eine Lösung: Im Basement wurden drei im Luftraum „frei schwebende“ großformatige Ringe mit integrierten LED-Strahlern aufgehängt, die Kuppel und Mittelraum besonders effektvoll in Szene setzen.

Das Warenhaus in Istanbul ist der fünfte Auslandsstandort von Galeries Lafayette nach Berlin, Dubai, Beijing und Jakarta. Es dient als Vorreiter für die Umgestaltung der bestehenden Häuser, auch des Pariser Haupthauses. Zudem will das Unternehmen seinen Expansionskurs fortführen. Bis nächstes Jahr sollen mit Doha und Mailand zwei weitere Filialen folgen.

Quelle: stores+ shops

#GaleriesLafayette

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