300 Wohnungen mit Blick auf den Checkpoint Charlie


Foto: Graft Gesellschaft von Architekten mbH / BM

An der Zimmerstraße entstehen knapp 300 Wohnungen. Hotel, Büros und ein Museum sind ebenfalls geplant. Von Isabell Jürgens

Als vor 27 Jahren die Mauer fiel, war auch der Checkpoint Charlie, einer der bekanntesten Grenzübergänge im geteilten Berlin, plötzlich ohne Funktion. Die Kontrollbaracke auf dem Mittelstreifen der Friedrichstraße wanderte ins Zehlendorfer Alliierten-museum. Und dort, wo einst das Flutlicht die Sperranlagen nachts in ein unwirkliches Licht tauchte, blieben weitläufige Brachen zurück. Zwar griffen internationale Investoren schnell zu, doch von den großen Plänen wurde bis heute nur ein Bruchteil realisiert. Das will der Berliner Projektentwickler Trockland jetzt ändern.

Seit gut einem Jahr gehören Trock­land drei freie Grundstücke entlang der Zimmerstraße. Auf diesen sollen ein "Hard Rock Hotel" mit 372 Zimmern, ein Museum, das sich der Berliner Senat wünscht, Büros, Läden und vor allem Wohnungen entstehen. Insgesamt sind 289 Wohneinheiten, darunter 48 "Serviced Apartments" (Wohnungen mit Concierge-Dienst), auf den Grundstücken Zimmerstraße 92–94 und Mauerstraße 82 geplant. Für das Ensemble gaben die Behörden jetzt grünes Licht: "Mit der Baugenehmigung für den Wohnkomplex ,Charlie Living' haben wir den ersten Meilenstein für das Großprojekt ,Charlie Berlin' erreicht", teilte Trockland-Geschäftsführer Heskel Nathaniel mit.

Die Wohnungen sollen sich auf zwei Wohnhäuser, sechs Reihenhäuser sowie ein weiteres Gebäude mit Wohn- und Gewerbenutzung verteilen. Mit dem Aushub der Baugrube wurde bereits begonnen, Anfang 2017 soll der Grundstein gelegt werden. In zweieinhalb Jahren soll "Charlie Living" dann bezugsfertig sein.

Die Wohnungen sind 26 bis 211 Quadratmeter groß

Den Entwurf für die Wohngebäude lieferte des Architekturbüro Graft. Die 36 bis 211 Quadratmeter großen Mietwohnungen entstehen hinter Fassaden, die mit Erkern aus Glas, bodentiefen Fenstern und unterschiedlich tiefen Balkonen gestaltet sind. Die terrassenförmig gestaffelten Gebäude gruppieren sich um begrünte Freiflächen im Innenhof. Zudem sind 115 Tiefgaragenplätze, Fahrradstellflächen sowie ein großer Spielplatz geplant. "Wo einst die Mauer stand, wollen wir nicht abriegeln, sondern durch eine aufgebrochene Blockrandbebauung Offenheit fördern", so Nathaniel.

Unklar ist bislang, wie hoch die Miete in den neuen Häusern sein wird. Sie soll sich aber an den ortsüblichen Mieten orientieren, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Sicher ist bislang nur, dass keine mietpreisgebundenen Wohnungen entstehen, wie sie bei größeren Bauvorhaben in Berlin eigentlich seit 2014 vorgeschrieben sind. "Eine solche Auflage haben wir nicht", so die Sprecherin. Allerdings gibt es für das Bauvorhaben die Pflicht, dass in eines der Gebäude ein "Museum des Kalten Krieges" mit einer Ausstellungsfläche von mehreren Tausend Quadratmetern integriert wird. Wie genau dieses Museum umgesetzt und gestaltet werden soll, ist noch offen. "Wir verhandeln noch", heißt es dazu vonseiten des Investors.

Eines ist jedoch sicher: Für den Checkpoint Charlie, an dem heute Soldatendarsteller für Touristen vor einem Nachbau des originalen Wachhäuschens posieren und Anbieter russische Armee-Pelzmützen und Mauersouvenirs auf die nächste Fuhre aus den zahlreichen Reisebussen lauern, wird sich mit Beginn der Arbeiten einiges ändern. Zwar wird die Baugrube für die Wohnbauten auf der Brache ausgehoben, die an den "Welt-Ballon" angrenzt, also gut hundert Meter vom einstigen Checkpoint entfernt. Klar ist jedoch, dass mit weiteren Bauabschnitten das in einem Container untergebrachte Museum über die Zeit des Kalten Krieges auf die östliche Seite der Friedrichstraße weichen muss.

Und auch das auf der Westseite der Friedrichstraße untergebrachte 360-Grad-Panorama "The Wall" (Die Mauer) des Künstlers Yadegar Asisi wird dann einen neuen Platz finden müssen.

Quelle: Berliner Morgenpost

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