Unter den Linden, Friedrichstraße Berlin braucht keine weiteren Fußgängerzonen


von Peter Neumann: Berlin muss eine sehr glückliche Stadt sein. Anderswo diskutieren Stadtgesellschaften über wirklich wichtige Probleme – wie rasch Wohnungen gebaut, Kriminalitätsschwerpunkte entschärft, Schulen verbessert werden könnten. In Berlin diskutiert man über – Fußgängerzonen. Sie wissen schon: jene meist mit Stadtmobiliar zugerümpelten Monofunktionsbereiche, die sich nach Ladenschluss in öde Orte verwandeln. Oder findet jemand die Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg gelungen? Egal – ein absurd wirkender Wettbewerb begonnen.

Den Anfang machte die neue Koalition, die Unter den Linden den Individualverkehr unterbinden will. Wobei man sich fragt, ob es sich wirklich lohnen würde, sich für so ein Symbolprojekt zu verkämpfen: Zum einen müssten die Fahrbahnen bleiben – um die Zufahrt zu den Anliegergebäuden zu gewährleisten und Bussen sowie Radfahrern (die weiterhin fahren dürfen) Raum zu geben.

Vorrang für die Fußgänger!

Zum anderen ließe sich das Zu-Fuß-Gehen angenehmer gestalten, ohne Autos auszusperren: Tempo 30, Lücken in der Mittelpromenade schließen, vor dem Schloss die Straße pflastern und ohne Bordsteine gestalten – um zu zeigen: Vorrang für Fußgänger! Der Effekt wäre derselbe wie bei der repressiven Variante: Die meisten Autofahrer würden diesen Teil von Mitte meiden. Ganz auto-matisch. Jetzt hat der ADAC angeregt, lieber Teile der Friedrichstraße autofrei zu machen. Die Idee ist schon besser, weil dort die Gehwege sehr schmal sind. Doch abends ist die Straßenschlucht verwaist. Würde die Promenade Unter den Linden durchgezogen (und die Friedrichstraße unterbrochen), wäre der Verkehr beruhigt. Ohne Repression. Wenn dann am Hackeschen Markt jeder Bordstein verschwinden, Fuß- und Fahrzeugverkehr auf einer Ebene stattfinden würde (was Autos ausbremst), wäre Mitte auf dem Weg zum Fußgängerparadies weit gekommen – ohne Fehler der 1970er-Jahre nachzumachen. Und ohne Energie zu verschwenden, die anderswo gebraucht wird: für mehr Straßenbahnen, bessere Radwege.

Quelle: Berliner Zeitung

#UnterdenLinden #Fußgängerzone #Verkehr

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