Mit dem Smartphone-Guide auf dem Holzweg


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In Berlin-Mitte hatte der Interessenverein DIE MITTE e.V. das mobile Leit- und Informationssystem „Guide Friedrichstraße“ entwickelt. An Laternenmasten sollten Infotafeln mit QR-Codes angebracht werden, um mittels Smartphone Videos zur Geschichte der beliebten Einkaufsstraße aufzurufen. Das Bezirksamt Mitte förderte das Projekt mit mehr als 81.000 Euro aus Steuermitteln. Der Stadtentwicklungssenator untersagte dann aber das Anbringen der Infotafeln.

Berlin. 7 Stationen der bekannten Friedrichstraße mit dem Smartphone zu entdecken, war die Idee des mobilen Leit- und Informationssystems „Guide Friedrichstraße“, das der Interessenverein (DIE MITTE e.V.) aus Wirtschaft, Kulturschaffenden und Gastronomen in Berlin-Mitte 2 Jahre lang entwickelt hatte. Dafür sollten in der Straße insgesamt 14 Infotafeln mit QR-Codes an Laternenmasten angebracht werden. Damit sollten Passanten auf eine Zeitreise durch die wechselvolle Geschichte dieser besonderen Straße – gänzlich ohne Werbung – eingeladen werden. Die bereits fertig programmierte Internetseite stellt dazu 7 Kurzfilme zu historischen und aktuellen Themen zum Abruf mit dem Smartphone bereit.

Das Bezirksamt Mitte förderte das Projekt mit einer Zuwendung in Höhe von 81.145 Euro, wovon allein 65.422,37 Euro aus EU-Fördermitteln stammen. Weitere 50.000 Euro brachten die Mitglieder des Vereins aus privaten Mitteln selbst auf.

Kurz vor Abschluss des Projekts untersagte dann allerdings im Sommer 2015 der Stadtentwicklungssenator kurzerhand die Anbringung der Infotafeln. Sein Haus bearbeite derzeit selbst die Ergänzung eines touristischen Wegeleitsystems durch Informationsstelen. Das Leitsystem greife zudem gravierend in den Betrieb der öffentlichen Beleuchtungsanlagen ein, behindere Wartungsarbeiten und stelle eine erhöhte Unfallgefahr dar. Warum sein Haus nicht früher involviert worden sei, sei schwer nachvollziehbar. Dass die Zuständigkeit für die öffentliche Beleuchtung in seinem Hause liege, sei allen Beteiligten hinlänglich bekannt, hieß es.

Schwer nachvollziehbar ist für den Bund der Steuerzahler hingegen, dass das Land Berlin in Gestalt des Bezirksamts ein Projekt mit Steuergeld fördert, dessen Umsetzung durch das Land Berlin in Gestalt der Senatsverwaltung weder genehmigungsfähig noch politisch gewollt ist.

Offenbar verlieren die Beteiligten im Verwaltungsmoloch Berlin selbst den Überblick über ihre Zuständigkeiten. Da hilft es auch nicht, dass der Bezirk die Projektziele trotzdem als erreicht ansieht, wenn auch „nicht in der von dem Zuwendungsempfänger bevorzugten Form“. Ohne Infotafeln wird wohl kaum ein Passant auf die Idee kommen, den „Guide Friedrichstraße“ mit seinem Smartphone aufzurufen.

Quelle: Das Schwarzbuch

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