Grußwort zum DIE MITTE Jahresempfang 2016 'BUILDING BRIDGES'


GUIDO HERRMANN

Vorstandsvorsitzender DIE MITTE

Rede des Vorsitzenden Guido Herrmann:

Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem Schuld sein soll. Jedenfalls diesem Punkt scheinen wir seit gestern wieder einen Schritt näher gekommen zu sein. Was wir alle in den nächsten fünf Jahren, gemeinsam mit den von uns Gewählten ansonsten aus dieser Stadt machen, das wird sich zeigen. Heute jedenfalls haben diese fünf Jahre begonnen! Für uns alle!

Sehr geehrte Frau Dr. Kramm, sehr geehrte Frau Langhoff, Herr Bürgermeister, Herr Botschafter Santer, Exzellenzen, Damen und Herren Abgeordnete,liebe Gäste, Kollegen und Freunde

herzlich willkommen in den Hackeschen Höfen, herzlich willkommen in MITTE!

Ich freue mich, Sie zu unserem Jahresempfang begrüßen zu können, bei schönstem Spätsommerwetter und so zahlreich, wie wir es noch nie hatten! Es ist eine Anerkennung für unsere Arbeit hier in MITTE und Ansporn für alle Anrainer aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, für die Bewohner und die Politik, dieses Zentrum der Hauptstadt zu einem lebenswerten, wirtschaftlich prosperierenden, bunten und vor allem der Welt zugewandten Ort zu gestalten.

Building Bridges: Das Netzwerk MITTE ist in den letzten drei Jahren enorm gewachsen, von 74 auf 160 Unternehmen. Ein Zentrum wie MITTE ist immer auch ein Forum der Gesellschaft, es vereint alle Funktionen des städtischen Lebens gleichermaßen. Und so war es naheliegend, aus der Interessengemeinschaft der Akteure aus Handel und Dienstleistung eine Standortvertretung zu schaffen, in der alle Akteure Gewicht haben und ihr Wort einbringen können. So haben wir uns in den letzten Jahren aufgestellt. Denn Urbanität hat von jeher etwas mit dem Zusammentreffen von Kulturen zu tun, auch mit Streitkultur, mit Lebensart. Hier kann das gehen! Das wachsende Interesse zeigt: der Weg ist richtig!

Wir haben viel erreicht: wir stehen mit allen Standortvertretungen im Kontakt, haben im letzten Jahr eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen und Treffen durchgeführt und das Netzwerk gestärkt. Auf vielerlei Art sind so Kooperationen und Projekte entstanden: beispielhaft zwischen dem Quartier 206 und dem Konzerthaus, Lafayette und dem Friedrichstadt-Palast, mit dem Netzwerk Aussergewöhnlich. Zwischen dem Bürgerforum, der Planungsgruppe Stadtkern und MITTE selbst, gibt es 2017 ein erstes Projekt und mir unseren KollegInnen in der AG City wollen wir gemeinsame Themen der Innenstadt auch gemeinsam einbringen. Besonders freut mich, dass es uns in diesem Jahr gelungen ist, die Akteure der Weihnachtszeit, die Weihnachtsmärkte und die Beleuchtung Unter den Linden und in der Friedrichstraße zu gemeinsamem Handeln zu bewegen. Ich hoffe, in den nächsten Jahren entsteht daraus ein neuer Winterzauber. An dieser Stelle bedanke ich mich bei Visit Berlin und der Wirtschaftsförderung für die Unterstützung und freue mich ebenso, dass auch die Freunde vom Nicolaiviertel einen Teil der Förderung erhalten haben.

Als Standortvertretung können wir die Rahmenbedingungen schaffen für ein gutes Klima hier vor Ort, vernetzen, Interessen bündeln. Das tun wir! Und damit zeigen wir, dass uns die Entwicklung am Herzen liegt, wir bereit sind zu investieren, Zeit und Geld! Mein Aufruf an diejenigen, die nun Verantwortung übernehmen in Bezirk und Land heißt: nehmen Sie das Angebot wahr: wir wissen schon sehr genau, was hier vor Ort sinnvoll ist, was man verbessern muss. Um mit den Worten des alten und wohl auch neuen Regierenden Bürgermeisters beim letzten Jahresempfang zu sprechen: wir haben einen Anspruch für MITTE formuliert. Und wir möchten ihn auch umsetzen!

Es ist einiges zu tun: seit fast zehn Jahren leben wir mit riesigen Baustellen. Das hat für die Unternehmen große finanzielle Probleme mit sich gebracht. Wo gebaut wird, wird in die Zukunft investiert, das ist gut so! Aber in diesen Bauzeiten zeigen sich auch deutlich die Schwächen, wenn sich Verwaltungen nicht einig sind oder sich im Regulieren überbieten. Manches mal fühlt man sich schon sehr allein gelassen mit den Anstrengungen für den Stadtteil. Frau Dr. Kramm, wir begrüßen die Wahlprüfsteine der IHK, die Kompetenzen zwischen Senat und Bezirken müssen auf den Prüfstand!

Diese Art der Baustellenkoordination MUSS AUFHÖREN!

Diese Art der Verkehrslenkung MUSS AUFHÖREN!

Diese Form der Zweistaatlichkeit in einem Stadtstaat MUSS AUFHÖREN!

Denn es stehen wichtige Zukunftsprojekte an, wollen wir hier ein Schaufenster des Landes sein. Öffentliches WLAN, Raum für Kreative, für Startups und Lösungsansätze für die städtische Mobilität. Die Leipziger Straße droht zu einem Nadelöhr mit Highwaycharakter zu werden. Und für die Wilhelmstraße muss dringend eine Lösung her, die nicht in einer Sackgasse endet.

Mitte hat Raum genug für städtisches Leben. Am Humboldt-Forum entstehen 5 neue Stadtplätze, das Forum Museumsinsel wird verschiedene städtische Szenen miteinander verbinden. Am Checkpoint Charlie kommt Bewegung in die festgefahrene Eigentumssituation. Aber wir dürfen Plätzen nicht von vornherein das Leben nehmen, sie zu Tode planieren oder an den Menschen vorbei gestalten. Hier ist insbesondere die Bauverwaltung aufgefordert, aus ihrem Planungsturm heraus zu kommen.

69 % der Berlinerinnen und Berliner haben den Zustand der Berliner Verwaltung als eines der größten Probleme bezeichnet. Es ist ein leichtes, darin einzustimmen, auch wenn es schwer fällt und populistisch scheint. Aber auch wir in MITTE haben ein Scheitern hin nehmen müssen, das nicht auf unserem Mist gewachsen war: unser touristisches Leitsystem, was auch den Berlinern Hintergründe über ihre Stadt näher bringen soll, wurde vom Bezirk, der EU, allen Beteiligten Gremien genehmigt, von der EU und uns zu jeweils 50 % finanziert. Am Ende stand eine Abteilung beim Bausenator, der das nicht gefiel Der Bausenator schrieb mir einen Brief, wir hätten seine, die wichtigste Behörde, nicht beteiligt. Was er wohl übersehen hat: seine Verwaltung saß im Bewilligungsausschuss, der für dieses Projekt gestimmt hatte. Das ist die Hilflosigkeit und das Schattenregieren, die am Ende nicht zu Mehrwert, sondern privates Engagement ad absurdum führt. Für uns ist dieses Projekt noch nicht beendet.

Nicht nur in MITTE bewegt uns das Thema Migration. 20 % Wohnanteil festzuschreiben, ist nur die eine Seite der Medaille und die Intention geht wie wir wissen fehl, wenn Wohnungen nicht wirklich bewohnt werden. Das ist das dringendste Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu erhalten und zu schaffen. Ein entleerter Stadtraum heißt auch immer: hier steht der Bürger nicht an erster Stelle. Genau das darf nicht sein, nicht in Mitte, nirgends in Berlin!

Wer hier lebt und arbeitet, der repräsentiert jeden Tag ein Stück die Stadt und die Gesellschaft, denn nirgends sonst kommen so viele Gäste aus allen Ländern der Welt zusammen. Nirgends sonst in Deutschland sind die vier Ebenen, Kommune, Stadt, Land und international so unmittelbar verwoben wie hier. Das macht es nicht leichter, nach dem richtigen Weg zu suchen. Aber es schafft für alle Beteiligten die Basis, wenn man den Kern der europäischen Stadt nimmt: ein Forum, ein Labor der Ideen, Marktplätze im klassischen Sinne. Schauen wir auf andere Hauptstädte, Kopenhagen, selbst London – nicht nur im städtebaulichen scheint vielerorts mehr Freiraum und Mut. Ich bin ein Verfechter des Flussbades in der Spree! Warum? Allein die Idee hat Gedankenräume geöffnet. Der Mensch baut seine Stadt! Er besetzt die Plätze! Das ist die Grundlage auch für wirtschaftlichen Erfolg!

Ein großes Thema ist die Sorgfalt mit dem öffentlichen Raum. Denn es sind die zentralen Bereiche der Hauptstadt, DIE MITTE , der Alex, und der KuDamm, die das höchste touristische Aufkommen generieren, es sind diese Bereiche, in denen die City Tax verdient wird! Es sollten auch diese Bereiche sein, in die diese Abgabe überwiegend zurück fließt. Eine lieblose Postkarte wie den Baustellenzaun der neuen U-Bahn Unter den Linden sollten wir nicht mehr in die Welt schicken!

Und nicht jede Form der Veranstaltung am Brandenburger Tor ist Werbung für die Stadt, schon gar nicht, wenn man das Tor nicht mehr sieht.

Wir werden den Verantwortlichen aus Bezirk, Land und Bund ein gemeinsames Gremium vorschlagen, in dem die wichtigsten Themen und Planungen in Mitte zwischen allen Beteiligten erörtert werden, denn vielfach ist es der Dialog, der fehlt!

Apropos Kommunikation: ein großes Projekt haben wir Anfang des Monats in Gang gesetzt: www.die-mitte.berlin , die Homepage des Standortes und unseres Netzwerkes ist aktiv. Beteiligen Sie sich an diesem Projekt, auch das hilft, Brücken zu bauen!

Wir wissen, dass das Bild der Stadt nur ein weltoffenes, ein tolerantes sein kann. Hier steht das Tor, das einst die Welt teilte und heute ein Symbol für ein friedliches Zusammenleben ist. Building bridges, das heißt eben auch: hier ist ein Ort, wo jeder sein darf, ein Forum der Gesellschaft, des Neuen und des Traditionellen, Brücken begeht man immer von zwei Seiten!

An dieser Stelle ist es Zeit, Dank zu sagen an die Unterstützer dieses Abends. Zunächst bedanke ich mich bei den Sponsoren, den Firmen Radeberger, Victoria Luise Quell, Kaiser’s , Manufacture de Gourmet und Vranken Pommery.

Dank an Andreas Boehlke und seine Firma für die großartige Illumination der Hackeschen Höfe.

Dank nicht zuletzt an das Chamäleon Theater und die Kolleginnen und Kollegen der EastEndTheater, allen voran Hendrik Frobel und Andreas Kohl für eine reibungslose und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Dank an das NH Hotel! Und ich bitte Sie, dem gesamten Team heute Abend, den Technikern um Andreas Schwalbe, den Servicekräften, den Restaurants, den Organisatoren und Helfern an allen Stellen einen Applaus zu schenken.

Dank auch an die Geschäftsstelle von Mitte, Frank Heise, Heike Rühs und Sinisa Petrovic für Ihre Arbeit in diesem Jahr und an meine Kollegen In Vorstand und Kuratorium. Und lieber Mateusz Hartwich, auch wenn Du aufgestiegen bist zur IHK, Du hast diesen Weg hier vor Ort mit geebnet, Danke dafür!

Schließlich ist es mir eine besondere Ehre, der Botschaft des Großherzogtums Luxemburg, Ihnen, Herr Santer und Frau Ann Muller für die Mitwirkung zu danken. Denn mit Ihnen beginnen wir heute eine kleine Tradition, jedes Jahr zum Jahresempfang von die MITTE ein Land als Partner zu haben – was die internationale Ebene unterstreicht, auf der sich dieses Stadtgebiet hier bewegt. Und da sind die Brücken zu unseren Freunden in Europa, seien sie groß oder klein, die wichtigsten.

Bevor ich an Sie, liebe Frau Dr. Kramm, überleiten darf, kündige ich so zugleich auch einen Musiker an, der in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg vollzogen hat. Er ist heute extra aus London nach Berlin geflogen, für diesen einen Abend.

Dem jungen Klarinettisten Max Mausen aus Luxemburg ist es vorbehalten, die Bogen zu schlagen zur Verleihung des Ehrenpreises unserer Mitglieder, der EastEndTheater. Mit der Hommage an Manuel de Falla des Komponisten Bela Kovacs. Und zu einer Preisträgerin, die mit ihrem Denken und Handeln schon mehr als eine Brücke gebaut hat!

Gestalten wir gemeinsam, bringen Sie sich ein, das Podium haben wir geschaffen. Es geht immer besser aber wir können alle stolz darauf sein, es geschafft zu haben, dass MITTE die gröbsten Umgrabungen hinter sich hat, die kompliziertesten Baustellen und trotzdem hier nichts zusammen gebrochen ist im Gegenteil. Irgendwie haben wir sogar das Beste draus gemacht. Mitte nimmt Fahrt auf! Liebe Mitglieder und dafür danke ich Euch allen am Schluss, für Eure Diskussionsbereitschaft, Eure Offenheit und Eure Ideen, den Platz im Herzen der Hauptstadt gemeinsam und positiv zu besetzen. Von hier aus kann man Brücken bauen.

(Es gilt das gesprochene Wort)

#Guide #BeatriceKramm #GuidoHerrmann #Chamäleon #HackescheHöfe

DIE MITTE e.V. - 360° Berlin 

Friedrichstraße 95, 10117 Berlin

T:  030 20962390

M: info@die-mitte.berlin

  • https://www.facebook.com/DieMitte.Be
  • DIE MITTE bei twitter
  • linkedin.com/company/die-mitte-berli
  • XING
  • DIE MITTE News Feed
  • Instagram
  • DIE MITTE auf Youtube