Süßer die Kassen nie klingeln


Berlin und Weihnachten – das ist eine gelungene Kombination: für Besucher, Bewohner und Touristen, für Händler, Hoteliers und Reiseveranstalter. Ein Blick ins Internet beweist es. Bei der Google-Suche ergeben die beiden Stichworte Weihnachten und Berlin mehr als 14 Mio. Treffer. Andere Weltstädte können da – zumindest was die Suche auf Deutsch betrifft – nicht mithalten. Sechs Mio. Treffer gibt es für Weihnachten in Kombination mit New York, rund 4,7 Mio. für London, 3,5 Mio. Treffer wirft die Suchmaschine für Weihnachten und Paris aus.

Wie sehr Berlin Touristen aus dem In- und Ausland anzieht, das zeigt auch die offizielle Statistik. Nach Angaben der Marketinggesellschaft VisitBerlin kamen fast 750.000 Besucher im Dezember 2011 in die Stadt – 15,6 Prozent mehr als im Jahr davor. „Die Vorweihnachtszeit ist ein beliebter Anlass für einen Besuch in der deutschen Hauptstadt“, sagt Burkhard Kieker, Geschäftsführer von VisitBerlin. „Insbesondere bei internationalen Berlin-Gästen konnten wir in den vergangenen Jahren ein stetiges und überproportionales Wachstum verzeichnen. Davon profitieren Hotellerie und Gastronomie, aber auch der Einzelhandel.“

Boom bei ausländischen Gästen

In den vergangenen fünf Jahren ist die Besucherzahl am Jahresende kontinuierlich gestiegen. Kamen im Dezember 2007 noch 563 000 Gäste, waren es zwei Jahre später schon 645 000. Der Anteil der Reisenden aus dem Ausland lag im Dezember 2011 bei fast 280 000 – ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahr und damit der größte Zuwachs innerhalb der vergangenen Jahre überhaupt.

Besonders in Westeuropa ist das weihnachtliche Berlin beliebt. Spitzenreiter unter den Besuchern sind die Briten. Rund 29 000 Besucher aus dem Vereinigten Königreich kamen im Dezember 2011 in die deutsche Hauptstadt. Sie buchten fast 74 000 Übernachtungen. Auch bei den Niederländern ist eine Reise in die deutsche Hauptstadt angesagt: Fast 25 000 kamen Ende des vergangenen Jahres. In der Rangfolge nur knapp dahinter folgen Italiener und mit leichtem Abstand Spanier, Franzosen und Dänen in der Statistik von VisitBerlin.

Der Boom hat gute Gründe. Berlin ist die unangefochtene Hauptstadt der Weihnachtsmärkte. „Mit einer einzigartigen Vielfalt“, betont Meike al-Habash, Branchenkoordinatorin Handel bei der IHK Berlin. Dieses Angebot zieht vor allem ausländische Touristen an. Weihnachtsmärkte gibt es in jedem Bezirk, von Spandau bis Köpenick - auf Plätzen, vor Kaufhäusern, auf breiten Straßen und in kleinen Gassen. Fast 80 Berliner Standorte stehen auf der offiziellen Liste des Landes Berlin. Einige Märkte öffnen nur für einen Tag, andere über mehrere Wochen. Spitzenreiter sind Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf, aber auch in einem Bezirk wie Neukölln gibt es mit dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt auf dem Richardplatz einen überaus populären, sehr romantischen Vertreter.

Ein Jubiläum begeht Veranstalter Helmut Russ, sein „Weihnachtszauber Gendarmenmarkt“ in Mitte findet zum zehnten Mal statt. Schlüssel zum Erfolg ist die Breite des Angebots: Künstler stellen ihre Arbeiten vor, Kunsthandwerker bieten ihre Produkte an, die umliegenden Hotels und Restaurants sorgen für gehobene kulinarische Vielfalt. Dazu kommen Shows und Konzerte, Charity-Veranstaltungen und das einmalige Ambiente zwischen Schauspielhaus, Berliner und Französischem Dom. Mehr als 600.000 Besucher besuchen in den Adventswochen und zur Weihnachtszeit die kleine Stadt mit ihren weißen Zelten und goldenen Sternen. Optisches Highlight: eine mit über 100.000 Lichtpunkten geschmückte riesige Blaufichte.

Feste Adresse in vielen Berlin-Reiseführern ist auch der Nostalgische Weihnachtsmarkt am Opernpalais in Mitte. Hier setzt man auf Originalität im Konzept. „Unser Markt steht dieses Jahr unter dem Motto ‚Preußische Weihnacht‘“, sagt Betreiber Joseph Nieke. „Ganz klar, dass wir im Jahr des 300. Geburtstages vom Alten Fritz auch darauf in der Weihnachtszeit eingehen.“ Die „Langen Kerls“ ziehen in historischen Kostümen über den Markt, für Rundfahrten stehen Kutschen parat. Nieke bietet Rabatte für Reisegruppen an oder stellt individuelle Programme zusammen.

Erst Markt, dann Shopping

Eine Million Besucher werden auf dem Weihnachtsmarkt rund um die Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz erwartet. Zwischen Bahnhof Zoo, Tauentzien und Kurfürstendamm gelegen, ist er für Berliner und Touristen eine willkommene Einstimmung auf vorweihnachtliche Shopping-Touren. Der Schaustellerverband Berlin betreut den Weihnachtsmarkt in der City West gemeinsam mit der AG City. Verbandschef Michael Roden will in diesem Jahr noch enger mit der Wirtschaft, den lokalen Verbänden und der Politik zusammenarbeiten. „So ein Weihnachtsmarkt ist ein enormer, oft unterschätzter Wirtschaftsfaktor“, sagt Roden. Er will die Kooperationen mit den umliegenden Gewerbetreibenden ausbauen. So wünscht sich Roden etwa, dass Hotels in der Nachbarschaft Weihnachtsmarkt- Arrangements anbieten.

In der Adventszeit leuchtet Berlin. Und lockt mit den faszinierenden Licht- Arrangements Besucher an. Unter den Linden, zwischen Reiterdenkmal und Pariser Platz, werden in diesem Jahr erstmals LED-Leuchten an den Bäumen eingesetzt. Sponsor der Aktion ist Vattenfall. Auch eine Eisstockbahn ist auf dem Boulevard angelegt. Die Friedrichstraße wird zwischen Weidendammer Brücke und Zimmerstraße erstrahlen – dank der IG Friedrichstraße.

Viele andere Geschäftsstraßen sind gleichfalls hell erleuchtet. Deshalb gehören Lichterfahrten im Bus durch das erleuchtete Berlin zu den großen touristischen Attraktionen am Jahresende. Die Berlin Stadtführungen SightseeingTours etwa lädt zu einer zweieinhalbstündigen Tour mit einem Glühwein- Stopp am Schloss Charlottenburg.

Die Unternehmen Berliner Bären Stadtrundfahrt, Berolina, BEX und BVB betreiben gemeinsam die City Circle Tour. Allein im Rahmen der Stadtrundfahrten werden auf dieser Tour im Dezember mehr als 30.000 Gäste erwartet. Weil die aus aller Welt kommen, werden die City Circle Stadtrundfahrten simultan in 13 Sprachen angeboten. Außer den Stadtrundfahrten sind im Dezember auch die Touren zwischen den Weihnachtsmärkten sowie die weihnachtlichen Lichterfahrten am Abend gefragt.

Berlin-Besucher aus anderen Bundesländern kommen nicht nur wegen der Weihnachtsmärkte. „Sie suchen vor allem eine Auszeit vom Weihnachtsstress“, meint Katharina Dreger, Abteilungsleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei VisitBerlin. „Sie kommen hierher, um es sich gut gehen zu lassen.“ Diese Gäste buchten Hotels mit attraktivem Wellness-Angebot und nutzten die kulturelle Vielfalt in der Hauptstadt, sie gingen zu Konzerten, Shows und Balletts. In Luxusherbergen wie etwa dem Kempinski Hotel Bristol Berlin erstellen die Concierges für Gäste individuelle Rahmenprogramme und empfehlen Weihnachtsmärkte und Konzerte.

High Tea und Gänsebraten

Im Dezember übernachten vor allem Gäste aus den anderen Bundesländern im Kempi am Kurfürstendamm. Nicht nur dort, auch in anderen Berliner Spitzenhotels wie Hotel Concorde und Hotel de Rome locken in der Weihnachtszeit besondere Angebote wie High Tea und Festtagsmenüs. Auf kulinarische Höhepunkte zwischen Gänsebraten, Hummer und Barbarie-Ente setzt zum Jahresende auch das Hotel Westin Grand an der Friedrichstraße.

Ganz besondere Weihnachtsfeiern organisiert die Firma Locationportale GmbH. Sie hilft bei der Auswahl eines geeigneten Ortes und stellt entsprechende Pakete zusammen. Es gibt Feiern für Cineasten im Filmpark Babelsberg oder im Cinemaxx am Potsdamer Platz. Historisch Interessierte lernen die Ausstellung „The Story of Berlin“ kennen. Ein Restaurant-Bus mit Küche und Bar, der „Gourmet-Liner“, kombiniert weihnachtliches Sightseeing mit Gaumenkitzel. Ein Lagerfeuer an der Havel kann ebenfalls zum Auftakt für eine Weihnachtsfeier werden.

Handel: Deutliches Dezember-Plus

Auch die Geschäftsleute in den großen Zentren, den Einkaufsstraßen und kleinen Läden profitieren vom Weihnachtstourismus. Denn „das Thema Shoppen steht bei den Gästen ganz oben“, sagt Katharina Dreger von Visit- Berlin. „Jeder Übernachtungsgast gibt pro Tag im Durchschnitt 205 Euro aus.“ Schon im vergangenen Jahr konnte der Einzelhandel ein deutliches Plus verbuchen. Die Einnahmen lagen im Dezember 2011 insgesamt um 2,1 Prozent höher als im gleichen Monat des Vorjahres, obwohl die Zahl der Verkaufstage genauso so hoch war wie 2010 – nämlich 28 Tage, darunter zwei verkaufsoffene Sonntage.

Einkaufen in Kombination mit Weihnachtsmarkt und Wintersport – das ist die bewährte Strategie am Potsdamer Platz. Die „Winterwelt“ mit österreichischen Spezialisten und Europas größter mobiler Rodelbahn ist zum Markenzeichen geworden. Das alpenländisch angehauchte Event findet dieses Jahr zum neunten Mal statt. Im vergangenen Jahr kamen 2,7 Millionen Gäste. „Das ist eine stolze Besucherzahl, die sich selbstverständlich sehr positiv auf die Umsätze der hier ansässigen Restaurants sowie der Shops in den Arkaden auswirkt und somit von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung ist“, sagt Thomas Schmalfuß, Geschäftsführer der Potsdamer Platz Management GmbH.

Handwerkskunst und Atmosphäre

Auch im Kulturkaufhaus Dussmann in der Friedrichstraße rechnet man mit einem starken Weihnachtsgeschäft. „Unsere Kunden schätzen die stimulierende Einkaufsatmosphäre“, sagt Geschäftsführerin Julia Claren, die sich als Präsidiumsmitglied sowohl in der IHK Berlin, als auch im Handelsverband Berlin-Brandenburg engagiert. „Zusätzliche Anreize schaffen wir mit komfortablen Angeboten, wie unserem Gratis-Einpackservice.“ Mit Beginn des Weihnachtsgeschäfts werde ein ganz neuer Service eingeführt. „Die Kunden können uns telefonisch, per EMail oder persönlich ihren Wunschzettel übermitteln“, sagt die Geschäftsführerin. „Innerhalb kurzer Zeit – ein bis zwei Stunden – können sie dann das fertige Paket mit allen gewünschten Produkten bei uns abholen.“ Einige Berliner Geschäfte haben sich sogar ganz auf Weihnachten spezialisiert. Seit mehr als 25 Jahren behauptet sich Johanna Gräf-Petzoldt mit ihrer Original- Erzgebirgskunst an der Sophienstraße in Mitte. Im Dezember seien besonders Pyramiden, Räuchermänner, Nussknacker, Engelkapellen und Schwibbögen gefragt, sagt die Geschäftsfrau. „Außerdem beleuchteter Fensterschmuck, das alte Holz-Spielzeug und vor allem der Baumbehang.“ Sie wolle mit originaler Holzkunst aus dem Erzgebirge Berlinerund Nicht-Berliner überzeugen, sagt Johanna Gräf-Petzoldt – und sich damit gegen Billig-Produkte aus Fernost behaupten. „Qualität überzeugt letztendlich“, ist sie sicher. Ihr Geschäft ist das ganze Jahr über geöffnet, doch den größten Umsatz macht die Händlerin im Dezember. Sie hat etwa 1.000 Stammkunden. In der Advents- und Weihnachstzeit besuchen etwa gleich viel Touristen und Berliner ihr Geschäft. Im übrigen Jahr sind es hauptsächlich Touristen.

Modischer Weihnachtsschmuck

Erst seit dem vergangenen Jahr gibt es die Käthe-Wohlfahrt-Filiale in Berlin, am Kurfürstendamm 225/226. Zu Anfang seien die Kunden vor allem Touristen gewesen, sagt Felicitas Höptner, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmen. Doch zunehmend kaufen auch Berliner ein. Die Filiale setzt vor allem auf modische Trends im Weihnachtsbaumschmuck. „Kleine Handspiegel, Täschchen und Abendschuhe“, sagt Felicitas Höptner, „auch in schillernden Farben wie Türkis und Gelb.“ Ein anderer Trend: Räuchermännchen und Nussknacker, im Lebkuchenstil in der firmeneigenen Werkstatt in Rothenburg ob der Tauber gefertigt. Ein Markenzeichen des Geschäfts ist der acht Meter hohe Weihnachtsbaum. Er ragt bis in die obere Etage und ist mit fast 5.000 Kugeln geschmückt.

Zur gefragten Adresse in der Adventszeit ist auch die Klöppelstube von Ilona Kühn in der Rathausstraße in Mitte geworden. In den Regalen und Schränken ist eine Vielfalt von kleinen, geschnitzten Weihnachtsfiguren zu finden. Sie sind eine Fundgrube für Sammler. Natürlich gibt es auch Nussknacker und Schwibbögen. Vor zwölf Jahren hat die studierte Juristin das Geschäft eröffnet und seither das Angebot immer weiter ausgebaut. Jeden Artikel gibt es nur in ein oder zwei Exemplaren – dennoch behält die Geschäftsfrau den Überblick.

Besonderes zur Weihnachtszeit bietet auch das größte Berliner Schokoladenhaus. Im Restaurant von Fassbender & Rausch Chocolatiers am Gendarmenmarkt gibt es die Schokoladen-Dinner- Show „Weihnachtswunder“ mit einem Vier-Gänge-Menü und Märchenlesung. Im Geschäft gehen derweil Schokoladen- Weihnachtsmänner und Adventskalender über den Tresen.

Hohes Attraktivitätsniveau

Die vielen Berlin-Besucher zur Advents- und Weihnachtszeit, ihre Einkäufe und Sightseeing-Touren, das alles sei auch „ein Geschenk an Berlin“, sagt Katharina Dreger von VisitBerlin. Doch dieses Geschenk haben sich alle Beteiligten über Jahre erarbeitet – stellt Hans-Jörg Schulze klar, der Geschäftsführer der Berliner Bären Stadtrundfahrt. „Berlin wird momentan als eine der In-Metropolen der Welt eingestuft“, sagt Schulze. Und dazu beigetragen haben seiner Meinung nach auch „die vielen Aktivitäten rund um Weihnachten“. Die vielen professionell gemanagten touristischen Attraktionen zählten ebenso dazu wie die guten Angebote des Einzelhandels, die hervorragenden Übernachtungsmöglichkeiten vom Hostel bis zum 5-Sterne-Hotel, die über Jahre immer besser gewordene Gastronomielandschaft und das lange Werben aller Beteiligten in den nationalen und internationalen Märkten. Dadurch bringe dieses Geschäftsfeld bis Silvester für die Hauptstadt gute Ergebnisse. Nun dürfe man nicht im Bemühen nachlassen, die Stadt mit ihren Leistungsangeboten und touristischen Attraktionen auch zukünftig auf diesem Attraktivitätsniveau zu halten, fordert der Touristik-Unternehmer. Oder noch lieber: „Dieses Niveau sogar noch zu verbessern.“

Quelle: IHK

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