Rolls Royce: Empire, schwarz gelackt


Bei Luxus denkt er nicht an Überfluss, Reichtum oder Dekadenz. „Luxus“, sagt Anno August Jagdfeld mit hochgezogener Augenbraue, „kommt von Licht.“ Da sei einerseits der lateinische Wortstamm „lux“. Und überhaupt: „Vor 100 Jahren waren Zahnärzte Luxus. Die Toilette in der Wohnung. Oder die Reise nach Italien.“ Sagt Jagdfeld. von:David Selbach

HB HEILIGENDAMM. Dass der Mann die schönsten Dinge des Lebens auf seine Weise deutet, kann kaum überraschen: Der Inhaber und Chef der Kölner Fundus-Gruppe ist einer der wenigen Deutschen, die ihr Geld ohne Wenn und Aber mit Luxus verdienen.

Mit seinen Immobilienfonds hat er das Berliner Hotel Adlon wieder auferstehen lassen. Er hat das „Quartier 206“ an der Ost-Berliner Friedrichstraße gebaut, in das „Department Store“ residiert, eines der feinsten Kaufhäuser Deutschlands. Und er hat das Grand Hotel Heiligendamm bei Rostock an der Ostsee wieder eröffnet, das sofort zum schönsten Hotel der Welt gekürt wurde.

Zudem sitzt Jagdfeld gerade am Steuer eines Rolls-Royce Phantom, der neuesten Milliardärskutsche aus dem britischen Goodwood. Mit einem 12-Zylinder-Motor und einem Listenpreis von stolzen 375 000 Euro. „Der Phantom und unser Hotel in Heiligendamm verkörpern beide auf ihre Weise moderne Klassik, unbeschreibliche Eleganz und ein profundes Formelement durch die Figur eines griechischen Tempels“, sagt der Altphilologe.

Der klassische Tempel-Kühler des Phantom fällt auf, als unser Tester die Karosse über mecklenburgische Alleen lenkt. Weit entfernt, vorne auf der Haube, hängt sich die silberne „Emily“ mit ihrem Umhang in den Wind. Fast sechs Meter schwarz lackiertes Empire gleiten einsame Landstraßen entlang, immer tiefer in finstere Buchenhaine.

Die Insassen wähnen sich schon außerhalb der Landkarte, als urplötzlich ein Ensemble klassizistischer Palastbauten auftaucht: Heiligendamm, die „weiße Stadt am Meer“. „Im Mai blühen die Raps-Felder, der Waldboden ist voller Buschwindröschen, und in der Luft schweben Aerosole“, schwärmt Jagdfeld. Als er die Seebad-Ruine Mitte der 90er-Jahre entdeckt hatte, griff der Immobilien-Entwickler sofort zu.

Drei Jahre lang renovierten Spezialisten das morsche Bauwerk, das zu DDR-Zeiten eine Klinik für Werktätige beherbergte. Bis die alte Pracht wieder zu sehen war.

2003 eröffnete Kempinski das Fünf-Sterne-Haus mit einem preisgekrönten Spa. Am „Heiligen Damm“, der mit frischer Meerluft und gesundem Klima schon den Mecklenburger Herzog Friedrich Franz I. von diversen Leiden kuriert haben soll, treffen sich jetzt erholungsbedürftige Berliner und Hamburger von Rang und Namen.

Heiligendamm habe heute schon die höchste Dichte an Luxus-Fahrzeugen in Deutschland, sagt Jagdfeld. „Was Knokke für Belgien ist, soll Heiligendamm für Deutschland werden.“ Das hat sich der Unternehmer zum Ziel gesetzt.

Auch mit dem Fuhrpark in Knokke will Jagdfeld mithalten. „Da gibt es schon an die 200 Bentleys und Rolls-Royces. In fünf Jahren sind wir hier auch so weit.“ Im Mai 2007 kommen jedenfalls schon einmal die Regierungschefs der G8-Staaten zum Weltwirtschaftsgipfel nach Heiligendamm. Da steigt der Bestand an großen Limousinen bereits.

„Wo ist der Blinker?“ fragt Jagdfeld. Woraufhin sich sein Beifahrer mit gut trainierter Noblesse zum Lenkrad beugt und den Hebel in die richtige Position dreht. Michael Gleissner ist Verkaufsleiter der Hammer-Gruppe in Köln, exklusiver Rolls-Royce-Händler für ganz Deutschland. Er ist als persönlicher Betreuer im „Demonstrator Car“ angereist. In harten Monaten reist er bis zu zehn Mal zu Kunden – vom Vorstandschef in Taunusstein bis zum afrikanischen König. Einmal begleitete er einen „Roller“ mit einer Tupolew-Propellermaschine nach Armenien. Jetzt erklärt er Jagdfeld die Finessen des neuesten Phantom: hinten höhere Sitze, wie in einer Kutsche. Das Leder, mit dem sie bespannt sind, ist so makellos, dass Designer daraus Handtaschen nähen könnten.

Und schwarzer Klavierlack versiegelt die Wurzelholz-Armaturen. „Sehr elegant“, sagt Jagdfeld. Seine Luxus-Definition heißt: „Perfektion von Form, Material und Funktion. Warum eigentlich soll man sich mit schlechter Qualität zufrieden geben?“

Die Hecktüren des Phantom öffnen nach hinten – nebst integriertem Regenschirm. Es ist eigentlich das klassische Chauffeurs-Auto. Und doch präsentiert der Brite sich als ausgesprochener Selbstfahrer-Wagen. „Ich fahre eigentlich nicht gern“, sagt Jagdfeld, sonst selbst stets im 600er-Mercedes mit Chauffeur unterwegs. „Aber das hier macht mir wirklich Spaß!“

Er lobt den kraftvollen Anzug des 12-Zylinders, das Fahrwerk, das die Karosserie über Kopfstein-Pflaster sanft hochbockt, um jede Erschütterung vom wertvollen Fahrgast abzuhalten. Ganz besonders gefällt ihm der extrem kleine Wendekreis des Phantom.

Auch freut er sich, dass Navigation und Bordcomputer dezent hinter Wurzelholz-Klappen verborgen bleiben. Die Sprach–Steuerung hat es Jagdfeld angetan. Er sagt „Radio“ – und schon ertönt Musik. „Für jemanden wie mich, der nicht so technikbegeistert ist, ein Segen!“

Und ein Luxus, der in ein paar Jahren auch den Golf zieren könnte.

Der Fahrer: Name: Anno August Jagdfeld Position: Inhaber der Fundus Fonds-Verwaltungen GmbH Alter: 57 Jahre Erstes Auto: Volkswagen Käfer Aktuelles Auto: Mercedes: 600 SEL Traumauto: Rolls-Royce Hobbys: klassische Literatur und Sprachen, Wandern, Skilaufen

Das Auto: Modell: Rolls-Royce Phantom Motor: 12-Zylinder-Ottomotor, 6,75 l, 338 kW (460 PS) Geschwindigkeit: 240 km/h (abgeregelt) Maße: Länge: 5,83 m Höhe: 1,63 m Breite: 1,99 m Drehmoment: 720 Newtonmeterbei 3 500 U/m Leergewicht: 2 485 kg Verbrauch: 15,9 L. Grundpreis: 375 000 Euro

Quelle; Handelsblatt

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